Konsequenzen des Austritts des Vereinigten Königreichs Großbritannien und Nordirland aus der EU

Nach mehrmaligen Aufschub ist das Vereinte Königreich (Stand heute) seit dem 30.01.2020 kein Mitglied der Europäischen Union mehr. Als Folge des Brexit, gilt das Vereinigte Königreich nach Ablauf der Übergangsphase am 31.12.2020 rechtlich als Drittstaat. Mit Beginn des neuen Jahres treten somit alle Regeln zur Harmonisierung divergierender Rechtsordnungen nicht mehr. Davon ist insbesondere das Umsatzsteuer- und Zollrecht betroffen.

Unternehmen werden dadurch jetzt vor die Herausforderung gestellt, sich administrativ an die neue Situation anzupassen. Was genau es dabei zu beachten gibt und welche Veränderungen auf sie zukommen, lesen Sie zusammengefasst im Folgenden:

1. Warenverkehr

Veränderungen bestehen vor allen Dingen im Bereich des Warenverkehrs. Grenzüberschreitender Warenverkehr gilt nach Ablauf der Übergangsphase nicht mehr als innergemeinschaftliche Lieferung, sondern als Ausfuhrlieferung. Das bedeutet zum einen, dass bei Wareneinkäufen aus dem Vereinigten Königreich unter Umständen mit einer Zollabfertigung und einer damit zusammenhängenden Einfuhrumsatzsteuer zu rechnen ist. Diese ist unter den gesetzlichen Voraussetzungen von der Vorsteuer abzugsfähig. Umgekehrt müssen bei Warenlieferungen ins Vereinigte Königreich ebenfalls Einfuhrzölle beachtet werden, sofern es bis zum Ende der Übergangsphase kein Übereinkommen der beiden Länder in zollrechtlicher Hinsicht gibt.

2. Sonstige Leistungen

Auch außerhalb des Warenverkehrs hat der Brexit Auswirkungen auf die steuerrechtliche Behandlung von Leistungen. So werden zum Beispiel sonstige Leistungen eines Unternehmers aus dem Vereinigten Königreich in Deutschland, genauso wie im umgekehrten Falle künftig nicht mehr in der sog. „Zusammenfassenden Meldung“ zu erfassen sein. Genauso wird für den Nachweis der Unternehmereigenschaft künftig keine (EU)-Umsatzsteuer-Identifikationsnummer mehr zur Verfügung stehen.

3. weitere umsatzsteuerliche Aspekte

Die Liste der steuerrechtlichen Veränderungen ist lang und kann in keinem Fall hier abschließend behandelt werden. Auswirkungen des Brexit können dabei u.a. die Unanwendbarkeit des MOSS (Mini-One-Stop-Shop) -Verfahrens bei elektronischen Dienstleistungen, Veränderungen beim Vorsteuer-Vergütungsverfahren oder bei den Bestätigungsanfragen nach §18e UStG sein.

Unternehmensintern werden demnach wohl geänderte Steuerschlüssel und Konten verwendet werden müssen. Vorsicht sollte auch bei Rechnungstexten geboten sein. Diese müssen dann auch gegeben falls abgeändert werden.

Es wird also zusammenfassend zu einem enormen Anstieg des Verwaltungsaufwands und der Rechtsunsicherheit im steuerrechtlichen Bereich kommen. Damit keine finanziellen Nachteile auftreten, sollte bereits rechtzeitig vor Ablauf der Übergangsphase sämtliche Rechtsfragen geklärt werden.

Gerne berät Sie unser Team aus kompetenten Rechtsanwälten und Steuerberatern umfassend zu allen notwendigen unternehmensinternen Veränderungen.

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